Kommentar
„Bilderbuch-Pfingsten“ im Schwarzwasser- und Preßnitztal
Im Vorfeld des Pfingstwochenendes hatte der MDR ein Kamerateam geschickt, um – neben einem sehr ansehnlichen redaktionellen Vorbericht – live aus Jöhstadt von der Ankunft des Gastzuges vom „Rasenden Roland“ aus Putbus mit der Dampflok 99 4801-9 (Henschel 1938) zu senden. Die am Pfingstprogramm beteiligten Lokomotiven beendeten den Fernsehbericht mit einem unüberhörbaren Pfeifen und gaben mit diesem Hörgenuss den Startschuss für ein großartiges Festwochenende.

Denn viele machten sich auf den Weg zur Preßnitztalbahn, um neben dieser „Rügengarnitur“ auch die übrigen Züge zu sehen und zu nutzen. Die VI K 99 1715-4 bespannte einen weiteren Zug, einen dritten die drei betriebsfähigen vereinseigenen Loks der sächsischen Gattung IV K (99 1542-2, 99 1568-7 und 99 1594-3), tagsüber immer im Vorspannbetrieb als „Doppel“.
Fast 4500 Fahrgäste haben an den drei Festtagen das umfangreiche Angebot genutzt und sind in einem der vielen, immer sehr gut gefüllten Züge mitgefahren. Rechts und links der Museumsbahnstrecke warteten unzählige Fotografen auf die Züge, die zahlreichen Veröffentlichungen in den sozialen Netzwerken dokumentieren deren reichliche und sehr ansehnliche (Foto-)Ausbeute. An den ersten beiden Tagen endete der Betrieb erst nach Mitternacht, auch die Abend- und Nacht-Züge waren stets noch erstaunlich gut besetzt. Insbesondere im bewirtschafteten Wagen fanden sich illustre Grüppchen und Gruppen zusammen. Die Verkaufs- und Versorgungsstände in Jöhstadt, an der Ausstellungs- und Fahrzeughalle, in Schmalzgrube, am Andreas-Gegentrum-Stolln sowie in Steinbach waren ebenfalls gut frequentiert, auch die Gaststätte „Forellenhof“ und Raststätte „Am Wildbach“ hatten kaum noch freie Plätze zu bieten. Das Musikangebot im Festzelt in Jöhstadt fand offensichtlich im wahrsten Sinne des Wortes Anklang. Ob Folk, Rock oder Blasmusik, die verschiedenen Konzerte waren ebenso gut besucht wie die Musik „aus der Konserve“ vom DJ.

Die Modellbahnausstellung mit Anlagen in allen möglichen Spurweiten einerseits und die mit eigenen Ständen vertretenen Modellbahnhersteller (Märklin-LGB/Veit) andererseits lockten mehr als 2200 Besucher in die Ausstellungs- und Fahrzeughalle nach Schlössel.
Dort signierten die Autoren Andreas W. Petrak und André Marks ihr gerade einmal eine Woche zuvor erschienenes Buch „Wolkenstein – Jöhstadt. Aus der Geschichte der Preßnitztalbahn 1892 – 1989“. Dieses Werk stellt – nach dem im vorigen Jahr erschienenen Band „Wolkenstein – Jöhstadt. Mit der Preßnitztalbahn unterwegs 1892 – 1986“ – den zweiten Teil einer geplanten Trilogie dar, die mit einem Band über die heutige Museumsbahn in den nächsten Jahren vollendet wird.
So eine große Veranstaltung wie über Pfingsten entlang der Preßnitztalbahn ist ohne die Unterstützung der vielen Beteiligten undenkbar. Auf einzelne Personen oder Firmen einzugehen, würde den Rahmen sprengen und die Gefahr in sich bergen, irgendjemanden zu vergessen. Daher an dieser Stelle der Dank der IG Preßnitztalbahn e. V. an alle fleißigen Helfer. Ihr wart Klasse, alles war nur mit Eurer Hilfe möglich.
14.06.2023