Schmalspur- und Museumsbahn-Nachrichten
Härtsfeld-Museumsbahn

Seit dem 1. Mai 2023 halten die Züge der Härtsfeld-Museumsbahn nun auch am Haltepunkt Iggenhausen. Dort ist zuvor mit finanzieller Unterstützung der Augsburg-Hochzoller Eisenbahnfreunde sowie durch Eigenleistung der Mitglieder der Härtsfeld-Museumsbahn e. V. an historischer Stelle nach dem alten Plan die hölzerne Wartehalle neu entstanden. Die Härtsfeld-Museumsbahner erhoffen sich durch den Haltepunkt eine weitere Steigerung der Attraktivität ihrer meterspurigen Eisenbahn. Durch die nun drei Unterwegshalte – Steinmühle, Sägmühle und Iggenhausen – ergeben sich vielfältige Wandermöglichkeiten, ohne dass man gezwungen ist, zum Endpunkt der Bahn in Neresheim oder am Härtsfeldsee zu eilen. So erreicht man von Iggenhausen aus nicht nur den Härtsfeldsee und die Burg Katzenstein, sondern man kommt auch auf die Höhe zum Q-Hof Raunecker, der im Sommer mit einem Maislabyrinth lockt, oder zum Golfplatz am Hochstatter Hof.

Aber auch aus musealer Sicht ist der Haltepunkt Iggenhausen eine Bereicherung, können so doch mit nun immerhin neun Gebäuden die verschiedensten Ausführungen der einstigen Härtsfeldbahn-Haltepunkte und -Bahnhöfe präsentiert werden: ein schlichter Haltepunkt ohne Gebäude an der Steinmühle, ein Bahnhof mit Wellblechbude an der Sägmühle, ein Haltepunkt mit hölzerner Schirmhalle in Iggenhausen und ein Bahnhof mit gemauerter Wartehalle in Katzenstein. Dazu gehören das Empfangsgebäude in Dischingen sowie das „Bahnhofsensemble“ in Neresheim. Dieses besteht aus dem Empfangsgebäude, dem Lokschuppen, den Lokbehandlungsanlagen sowie einem Schuppen für verschiedene Zwecke.

Und noch eine Einweihung fand am 1. Mai statt: Zum ersten Mal zog die zuvor für den öffentlichen Verkehr zugelassene Diesellokomotive D 4 „Jumbo“ den Holzklasse-Zug, den sonst die Dampflokomotive 12 befördert. An der Dampflok war über den Winter eine Untersuchung an Fahrwerk und Kessel mit aufwändigen Reparaturen ausgeführt und im Frühjahr beendet worden. Bei der Probefahrt vor der Saisoneröffnung riss jedoch ein Stehbolzen. Solange die Reparatur noch nicht abgeschlossen ist, kommt die „neue“ Diesellok „Jumbo“ zum Einsatz. Diese war 1954 von der Lokomotivfabrik Arnold Jung mit der Fabriknummer 12022 für den Export gebaut worden. Nach einer Präsentation auf der Hannover-Messe fuhr sie im Mai 1954 als erstes Dieseltriebfahrzeug drei Wochen zur Probe übers Härtsfeld. Anschließend kam die Diesellok nach Finnland und von dort in die Schweiz, von wo sie die Härtsfeldbahner mit Unterstützung der Firma Voith im Herbst 2005 nach Neresheim holten.
Die Diesellok passt optisch gut zu den Zügen der Härtsfeld-Museumsbahn, ihr Anfahren ist akustisch beeindruckend. Zukünftig soll die D 4 neben dem innerbetrieblichen Einsatz vor Arbeitszügen auch vor Sonderzügen für Gruppen zum Einsatz kommen. Den Spitznamen „Jumbo“ hat sie übrigens in der Schweiz erhalten. Technisch handelt es sich bei der Maschine um eine „Krokodil“-Bauart. Die Lok besteht aus zwei „Rückwand an Rückwand“ gekuppelten, zweiachsigen Antriebseinheiten, die mit einem gemeinsamen Führerhaus verbunden sind. Die Achsen der Antriebseinheiten sind jeweils mit Kuppelstangen verbunden.
14.06.2023